Tiefkühltipps

Hauptsache gut gekühlt

Hier sorgen Minusgrade für vollen Geschmack. Ob Teig, Wurstwaren oder andere Lebensmittel - wir verraten Ihnen, was Sie beim Tiefkühlen beachten sollten. Um die Tipps zu lesen, klicken Sie bitte einfach das Thema Ihrer Wahl an.

  • Brot

    Brot eignet sich hervorragend zum Einfrieren. Wichtig ist, dass das Brot frisch ist.

    Sie können Brot im ganzen oder auch portioniert, in Scheiben einfrieren. So ist es bis zu 3 Monaten haltbar.

    Brotlaibe 30 Minuten vor dem Aufbacken (Aufbackzeit: 10-12 Minuten) aus dem Tiefkühlgerät nehmen und nach dem Aufbacken eine Stunde auskühlen lassen. Sie können Brot aber auch langsam bei Zimmertemperatur auftauen lassen, 500 g Brot benötigt so etwa 7 Stunden.

    Toastbrot lässt sich sehr gut einfrieren, nehmen Sie es aus der handelsüblichen Packung und geben es in einen Gefrierbeutel. Es taut sehr schnell auf, kann aber auch tiefgefroren getoastet werden.

  • Eier

    Ganze Eier mit Schale sind zum Einfrieren ungeeignet.

    Eireste können aufgeschlagen, evtl. in Eiweiß und Eigelb getrennt und mit wenig Zucker oder Salz verquirlt, 3-4 Monate in Tiefkühlbehältern aufbewahrt werden.

  • Fisch und Meeresfrüchte

    Zum Einfrieren eignen sich nur fangfrische, einwandfreie Fische. Den Fisch gegebenenfalls ausnehmen, gründlich waschen und abgedeckt 3-4 Stunden vorgefrieren. Anschließend in kaltes Wasser tauchen (dadurch erhält der Fisch eine schützende Eisschicht). und dann verpackt wieder einfrieren.

    Auch geräucherter Fisch lässt sich sehr gut einfrieren.
    Den Fisch am besten im Kühlschrank oder in der Mikrowelle auftauen.

    Bereits einmal gefrorenen Fisch nicht wieder tiefkühlen.

    Bereits tiefgekühlt gekaufte Fische und Fischprodukte dürfen nach dem Einkauf nicht auftauen, wenn sie weiter tiefgekühlt werden sollen.

    Fische und Meeresfrüchte lassen sich 2-3 Monate tiefkühlen.

  • Fleisch

    Bevorzugen Sie zum Tiefkühlen das Fleisch von jüngeren Tieren, am besten eignen sich magere und mittelfette Stücke. Sehr Fette Stücke sind tiefgekühlt nicht sehr lange haltbar. Das Fleisch muss genügend gereift (abgehangen sein), sonst bleibt es zäh, da beim Tiefkühlen der Reifeprozess gestoppt wird.

    Um die Bildung von Eiskristallen (Gefrierbrand) und so ein Austrocknen oder Zähwerden des Fleisches zu vermeiden, sollte das Fleisch möglichst luftdicht verpackt werden. Ohne Sauerstoff wird auch fettes Fleisch weniger schnell ranzig.

    Fleisch portionsweise einfrieren, damit nicht zu große Mengen aufgetaut werden müssen. Große Fleischstücke brauchen sehr lange, bis sie gefroren und dann wieder aufgetaut sind.

    Tauen Sie tiefgekühltes Fleisch im Kühlschrank oder in der Mikrowelle auf. Vor dem Auftauen wird die Verpackung entfernt. Damit die Flüssigkeit abtropfen kann, sollte das Fleisch zuerst auf einen Rost, dann auf einen Teller gestellt werden. Große Fleischstücke brauchen 1-3 Tage, um im Kühlschrank aufzutauen. Aufgetautes Geflügel vor der Zubereitung gründlich waschen.

    Gekochte Fleischgerichte eignen sich sehr gut zum Tiefkühlen.

    Innereien, Hackfleisch und Geschnetzeltes halten sich 3-6 Monate im Tiefkühlgerät, größere Fleischstücke und Geflügel 6-8 Monate.

  • Gemüse

    Gemüse ist bei uns frisch in großer Auswahl das ganze Jahr über erhältlich. Es lohnt sich daher nicht, Gemüse frisch zu kaufen und dann einzufrieren, zumal gefrorenes Gemüse in bester Qualität im Handel ist. Tiefkühlgemüse wird industriell so perfekt verarbeitet, dass nahezu alle Vitamine erhalten bleiben. Wer jedoch einen Garten hat, für den ist das Tiefgefrieren sehr sinnvoll. Hier einige Tipps dazu:

    Gemüse erst kurz vor der Verarbeitung ernten. Bereits nach zwei Tagen Lagerzeit gehen viele Vitamine verloren.

    Für die meisten Gemüse empfiehlt sich vor dem Einfrieren das Blanchieren: Blumenkohl, Bohnen, Brokkoli, Erbsen, Lauch, Rosenkohl, Rübchen, Schwarzwurzeln, Sellerie, Spinat und Wirsing werden geputzt, gut gewaschen und gegebenenfalls zerkleinert. Anschließend wird das Gemüse in siedendem Wasser 1-3 Minuten blanchiert, bei zartem Gemüse reicht 1 Minute. Nach dem Blanchieren wird das Gemüse kalt abgeschreckt, dann auf einem Küchentuch trockengetupft, portionsweise abgepackt und tiefgekühlt.

    Auberginen, Paprika und Zucchini brauchen Sie nicht zu blanchieren.

    Tomaten sollten Sie am besten geschält und gewürfelt einfrieren.

    Ungeeignet zum Tiefkühlen sind: Radieschen, Rettiche, Salatgurken, Kresse und Blattsalate.

    Gemüse können Sie bis zu 12 Monaten im Tiefkühlgerät lagern.

  • Kräuter

    Kräuter mit einem hohen Anteil an ätherischen Ölen wie Salbei, Thymian, Rosmarin und Pfefferminze sind nicht zum Einfrieren, sondern zum Trocknen geeignet.

    Basilikum, Estragon, Dill, Petersilie und Schnittlauch sind Kräuter, die sich weniger gut zum Trocknen eignen, weil sie dabei stark an Geschmack verlieren. Diese Kräuter fein hacken und in einen Eiswürfelbehälter geben, evtl. wenig Wasser dazugeben, einfrieren, anschließend in einen Gefrierbeutel geben.

    Kräuter lassen sich ca. 6 Monate tiefkühlen.

  • Kuchen und Kleingebäck

    Die meisten Kuchen und Torten eignen sich zum Tiefkühlen. Je frischer sie eingefroren werden, desto besser schmeckt er nach dem Auftauen.

    Selbst gebackene, ungefüllte Kekse aus Mürbeteig oder Rührteig lassen sich sehr gut tiefgefrieren. Bei Zimmertemperatur auftauen lassen, dann schmecken sie wie frisch.

    Ungeeignet zum Tiefkühlen sind:

    Baisers und Makronen, sie werden zäh.

    Buttercremefüllungen mit Puddingzugabe, sie werden wässrig.

    Gebäcke mit Zuckerglasuren und Puderzucker, sie werden stumpf und fleckig.

    Obstkuchen mit Guss, er wird trübe.

    Kuchen oder Torte mit Krokant, es wird weich.

    Garnierte Sorten am besten zunächst unverpackt vorgefrieren, dann verpacken und wieder einfrieren, so bleibt die Garnierung erhalten.

    Selbst gemachtes pikantes Gebäck (z.B. Pizza) lässt sich fertig zubereitet, aber noch ungebacken und in Folie verpackt, tiefkühlen.

    Kuchen und Kleingebäck ist im Tiefkühlgerät 3-4 Monate haltbar.

  • Milchprodukte

    Vollfettmargarine (80% Fettgehalt) lässt sich bis zu 6 Monate einfrieren – so hat man immer einen Vorrat.

    Hartkäse kann tiefgefroren werden. Dies empfiehlt sich jedoch nur, wenn man wirklich zuviel Käse hat, denn er ist auch im Kühlschrank lange haltbar. Sie können Hartkäse auch sehr gut gerieben einfrieren und ihn für Gratins, Pizza etc. verwenden.

    Weichkäse eignet sich nicht zum Tiefkühlen, er verliert an Geschmack. Auch Frischkäse lässt sich nicht gut tiefkühlen.

    Frische Milch eignet sich nicht gut zum Einfrieren. Wer nicht regelmäßig Milch braucht, kauft besser H-Milch (homogenisiert), sie ist monatelang haltbar.

    Pasteurisierte Milch kann 2 Monate tiefgekühlt werden.

    Schlagsahne am besten im Becher bis zu einem Monat einfrieren.

    Joghurt, Saure Sahne, Buttermilch, Crème fraîche und Dickmilch sind zum Tiefgefrieren nicht geeignet. Sie werden nach dem Auftauen flockig.

  • Obst

    Da man das ganze Jahr über frisches Obst bekommt, lohnt sich das Tiefgefrieren von gekauften Früchten kaum. Wer jedoch eigenes Obst ernten kann oder im Winter gerne Fruchtspeisen zubereitet, sollte Folgendes beachten:

    Steinobst wie Zwetschgen, Aprikosen und Mirabellen (Pflaumen und Pfirsiche eignen sich nicht) halbieren, entsteinen, auf einem Blech auslegen, vorgefrieren. Erst dann in Beutel oder Behälter abfüllen und wieder in das Tiefkühlgerät geben.

    Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren und Holunderbeeren gut säubern, auf einem Blech auslegen, ebenfalls vorgefrieren und erst dann in Behälter oder Beutel abfüllen.

    Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren können Sie auch püriert einfrieren. Sie lassen sich später als Saucen für Desserts verwenden oder aufgetaut in der Eismaschine zu Sorbet verarbeiten.

    Zitrusfrüchte können Sie auspressen und den Saft einfrieren.

    Weintrauben, ganze rohe Äpfel und Birnen sind nicht geeignet, Äpfel lassen sich sehr gut als Apfelmus und Birnen als Kompott einfrieren.

    Obst und Beeren lassen sich je nach Sorte 6-10 Monate tiefkühlen.

  • Pilze

    Verwenden Sie nur einwandfreie Ware. Die Pilze sorgfältig reinigen, ganz belassen oder klein schneiden.

    Zum Einfrieren eignen sich u.a. Champignons, Steinpilze, Pfifferlinge und Austernpilze.

    Pilze können 6-8 Monate tiefgekühlt werden.

  • Teig

    Hefeteig soll vor dem Tiefgefrieren einmal aufgegangen sein. Dann erst tiefgefrieren. Vor der Verwendung im Kühlschrank über Nacht auftauen und am nächsten Tag noch einmal gehen lassen.

    Mürbeteig, Blätterteig oder Rührteig lässt sich gut tiefgefrieren. Im Kühlschrank über Nacht auftauen lassen.

    Teig kann ca. 2 Monate tiefgekühlt werden.

  • Tipps rund ums Tiefkühlen

    Die Portionen so bemessen, dass sie auf einmal verbraucht werden können.

    Größere Fleischstücke (z.B. Steaks) oder vorbereitetes Gebäck (z.B. Blätterteiggebäck) mit Zwischenlage (z.B. Backpapier, Alufolie) einfrieren, damit die Stücke einzeln entnommen werden können.

    Das Gefriergut vor dem Einfrieren am besten mit Datum, Inhalt und evtl. Gewichtsangabe versehen.

    Es ist wichtig, dass im Behälter oder Beutel mit dem Gefriergut möglichst wenig Luft vorhanden ist, sonst besteht die Gefahr von Gefrierbrand. Diesen erkennt man an hässlichen, weißen oder braungrauen Flecken auf dem Gefriergut. Besonders häufig ist dies bei Fleisch, Fisch und Geflügel der Fall.

    Fertig gekochte Speisen vor dem Einfrieren vollständig erkalten und im Kühlschrank durchkühlen lassen, bevor sie abgefüllt und eingefroren werden.

  • Trockene Lebensmittel

    Kaffee kann (in Bohnen oder gemahlen) 6 Monate tiefgekühlt werden.

    Nüsse und Kerne können (ganz oder zerkleinert) bis ca. 12 Monate tiefgekühlt werden. Dies gilt auch für Kokosraspeln. Gemahlene, tiefgefrorene Nüsse müssen vor der weiteren Verwendung nicht aufgetaut werden.

  • Welche Gefäße eignen sich?

    Kunststoffbehälter mit gut schließenden Deckeln eignen sich gut zum Einfrieren. Verwenden Sie keine Glasbehälter, da sich das Gefriergut ausdehnt und das Glas zerbricht – das Glas kann auch unsichtbar splittern. Füllen Sie auch in Kunststoffbehältern das Gefriergut nicht bis zum Rand ein, der Deckel kann sich heben und das Gefriergut trocknet aus.

    Sehr gut geeignet sind spezielle Gefrierbeutel, die luftdicht verschließbar sind. Nachdem das Gefriergut eingefüllt ist, kann die Luft einfach herausgestrichen und der Beutel luftdicht verschlossen werden.

    Zum besseren Einfüllen von flüssigen Speisen, stellen Sie den Gefrierbeutel in ein eckiges Gefäß. So haben Sie einen guten Halt beim Einfüllen. Um Platz im Tiefkühlgerät zu sparen, lassen sie den Beutel im Behälter, drücken die Luft raus, verschließen ihn und frieren ihn ein. Nach einigen Stunden können Sie den Beutel herausnehmen. Das Gefriergut ist nun würfelförmig und platzsparend.

  • Wurstwaren

    Wurstwaren eignen sich sowohl ganz als auch bereits geschnitten zum Tiefkühlen.

    Bei geschnittener Wurst zwischen die einzelnen Scheiben Folie legen, damit sie nicht zusammenkleben.

    Geräucherte Wurst ist nicht zum Tiefkühlen geeignet.

    Wurstwaren lassen sich etwa 8 Wochen tiefkühlen.

Küchenlexikon -
was bedeutet das?

Blanchieren, déglacieren
und mehr - was hinter den
wohlklingenden
Fachbegriffen
wirklich
steckt.

Zum Küchenlexikon

Warenkunde -
schon gewußt?

Die Avocado wächst auf bis zu
20 Meter hohen Bäumen, die
Artischocke ist ein Distelgewächs.

Gemüse und Co. schmecken
nicht nur besonders lecker -
auch die Hintergründe sind
wirklich interessant.

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